Vom Sturm zur Stille: Mein Weg zu einem gesunden Leben mit Bipolarer Störung

Tami Leysing • 7. September 2024

Vom Sturm zur Stille: Mein Weg zu einem gesunden Leben mit Bipolarer Störung

36/2024

Stell dir vor, du stehst mitten in einem Sturm, der aus hypomanischen Höhenflügen und depressiven Abgründen besteht. Genau so kann das Leben mit einer bipolaren Störung sein, herausfordernd, aber nicht ohne Hoffnung. Ich teile hier meine Erfahrungen, die vielleicht helfen können, die verschiedenen Phasen dieser Erkrankung besser zu verstehen. Ich musste Symptome erkunden und Wege finden, wie Psychotherapie und Unterstützung in schwierigen Episoden zum Anker werden können. Du bist nicht allein! Während meiner Auszeit im Karmelitenkloster Birkenwerder habe ich den Entschluss gefasst, darüber zu schreiben. Ich arbeite aktuell an einem MUTmachBuch für Menschen, deren Leben genau dieser Achterbahnfahrt gleicht. Bleib dran, dann informiere ich dich über meine Fortschritte beim Schreiben meiner sehr persönlichen Geschichte: Tagebuch einer Bipolaren Seele

1. Mein Weg zu einem gesunden Leben mit Bipolarer Störung

Der Weg zu einem gesunden Leben mit bipolarer Störung ist oft geprägt von extremen Gefühlen und wechselnden Phasen. In Zeiten der hypomanen Episoden spürst du eine überwältigende Energie, die dich dazu antreibt, die Welt zu erobern. Doch diese Euphorie kann schnell in eine depressive Phase umschlagen, in der das Licht der Hoffnung zu erlöschen scheint. Es ist wichtig, in solchen Momenten nicht alleine zu bleiben und Hilfe in Form von Psychotherapie oder Selbsthilfegruppen zu suchen. Lange Zeit kämpfte ich mit diesen Auf und Ab und habe mich dafür verurteilt, dass ich es nicht schaffe, die Balance aufrecht zu erhalten. Erst durch die Unterstüzung von außen, die Informationen über diese Erkrankung und ihre Symptome konnte ich rückblickend mein Leben besser verstehen. Eine gezielte Behandlung kann Wege aufzeigen, wie du mit den Schwankungen umgehen kannst. Die Kampagne zur Sensibilisierung für bipolare Störungen bietet Unterstützung und zeigt, dass du nicht allein bist. Durch das Teilen von Erfahrungen und das Einholen von Rat kannst du lernen, Stabilität in deinem Leben zu finden und den Sturm in Stille zu verwandeln. 


2. Die ersten Anzeichen: Wenn der Sturm beginnt

Der Beginn der bipolaren Störung kann sich anfühlen wie ein unvorhersehbarer Sturm, der plötzlich in dein Leben bricht. In dieser ersten Phase erlebst du häufig die Zeichen einer manischen oder wie bei mir einer milderen Variante, einer hypomanen Episode, verbunden mit übermäßiger Energie und Euphorie. Doch hinter diesem scheinbaren Hochgefühl stecken oft unausgesprochene Ängste und Druck, die zu einer tiefen depressiven Episode führen können. Es ist wichtig, diese Symptome frühzeitig zu erkennen und offen darüber zu sprechen. In meinem Fall wurde ich erst sehr spät mit den Ursachen konfrontiert. Lange verstand ich den gesteigerten Antrieb und die überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit als meine Identität. Ist meine Leistungsfähigkeit eingebrochen, habe ich mich dafür verurteilt. Informationen über die Erkrankung sind wertvoll, um den eigenen Zustand besser zu verstehen und Hilfe zu suchen. Psychotherapie spielt eine entscheidende Rolle auf deinem Weg zur Stabilität. Gemeinsam mit Therapeuten kannst du Strategien entwickeln, um mit den extremen Phasen umzugehen und die Kontrolle zurückzugewinnen. Der Austausch mit anderen Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, kann dir zusätzlich Kraft geben und zeigen, dass du nicht allein bist. Eine schrittweise Verhaltensänderung in Richtung eines gesünderen Lebens.


3. Verständnis der bipolaren Störung: Was passiert im Kopf?

Die bipolare Störung ist eine komplexe Erkrankung, die oft mit einem Wechselspiel von Höhen und Tiefen einhergeht. In manischen Phasen fühle ich mich voller Energie, kreative Ideen sprudeln nur so aus mir heraus. Doch diese Euphorie ist nicht von Dauer. Sie kann schnell in eine depressive Episode kippen, in der alles grau erscheint und ich mich in einem tiefen emotionalen Fluss wiederfinde. Es ist wichtig, diese Symptome zu erkennen und zu verstehen. Psychotherapie und für mich einen ganz eigenen Weg zu finden, waren so wertvoll, um den Sturm in meinem Kopf besser einzuordnen. Ich habe gelernt, dass ich diese Phasen annehmen kann. Jeder Schritt zur Stabilität zählt, und es gibt Strategien, die mir helfen, die Höhen und Tiefen besser zu navigieren. Das Wissen, dass ich von anderen erhalten habe, gab mir Kraft und Zuversicht, meine eigene Berg- und Talfahrt ohne Medikamente zu navigieren.


4. Die Reise zur Diagnose: Mut zur Offenheit

Mut zur Offenheit ist ein kraftvoller Schritt auf dem Weg zur Diagnose einer bipolaren Störung. Es erfordert Tapferkeit, über die eigenen Gefühle und Symptome zu sprechen, denn oft sind wir uns der Veränderungen in unseren Phasen nicht bewusst. Meine hypomanischen Episoden können berauschend und überwältigend sein, während die depressiven Phasen mich in ein tiefes Loch zogen, da der Körper erschöpft war, von dem was er vorher geleistet hat. Zuerst als rezidivierende Depressionen diagnostiziert, konnte ich nicht navollziehen, wieso, weshalb, warum? Ich hatte doch im Vorfeld eine wunderbare Zeit. Ich war motiviert, erreichte jedes Ziel, das ich mir gesetzt hatte. Ich konnte auf so viele Ressourcen zugreifen, die unerschöpflich schienen. Deshalb musste ich erst Informationen über diese Erkrankung sammeln. Ich las Fachbücher, Artikel, sah mir Dokumentationen an. So wie ich es mein ganzes Leben gehalten habe. Flammte Interesse für ein Thema auf, eignete ich mir so viel Wissen an, wie ich nur konnte.  

Meine Erkenntnis: Es ist wichtig, Hilfe anzunehmen und sich nicht von der Scham leiten zu lassen. Offenheit war der erste Schritt zur Heilung ist und dass das Licht am Ende des Tunnels erreichbar wird. Wenn wir den Mut haben, unsere innere Stimme zu hören, finden wir den Weg zur inneren Ruhe.


5. Strategien zur Stabilität: Umgang mit der bipolaren Störung im Alltag

Um mit der bipolaren Störung im Alltag umzugehen, ist es wichtig, Strategien zu entwickeln, die dir helfen, Stabilität zu finden. Diese Erkrankung bringt unterschiedliche Phasen mit sich: In meinem Fall hypomanische und depressive Phasen, die das Leben stark beeinflussen. Doch es gibt Wege, die Symptome zu managen und das Gleichgewicht zurückzugewinnen. Regelmäßige Reflektion spielt eine zentrale Rolle, denn hier kannst du deine Gedanken und Gefühle offen teilen. Das Führen eines Stimmungstagebuchs hilft, Muster zu erkennen und frühzeitig zu reagieren. Ebenso wichtig ist die Schaffung einer stabilen Routine: feste Schlafzeiten, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung sind kleine Schritte, die große Veränderungen bewirken können.Denke daran: Jeder Fortschritt zählt und jeder Tag ist eine neue Chance, deinen Weg in der bipolar beeinflussten Welt zu gestalten. Allein der Lebenswandel kann ganz viel zu mehr Ausgeglichenheit führen. Wann hatte ich zu wenig Schlaf und rutschte in die Hypomanie. Hatte ich ausreichend Pausen eingeplant? Der Trugschluss, ich bin nicht erschöpft! Mach trotzdem Pause, dein Körper dankt es dir mit mehr Balance. 


6. Die Bedeutung von Selbstfürsorge: Kleine Schritte zur großen Veränderung

Selbstfürsorge war für mich der kraftvollste Schlüssel auf meinem Weg zu einem gesunden Leben mit bipolarer Störungen. Inmitten der emotionalen Achterbahn, die durch den Wechsel der Episoden geprägt ist, musste ich erkennen, wie wichtig es ist, kleine Schritte zu unternehmen, um meine Stabilität zu fördern. Diese Momente der Achtsamkeit helfen mir, meine Symptome zu verstehen und besser mit den Herausforderungen umzugehen. Regelmäßige Rituale, sei es ein Spaziergang in der Natur oder das Führen eines Journals, geben mir die nötige Ruhe und Klarheit. Indem ich mir selbst Gutes tue, schaffe ich Raum für Hoffnung und Lebensfreude, selbst in schwierigen Phasen. So wird Selbstfürsorge zum Anker in meinem Alltag und zeigt mir, dass Veränderung möglich ist. Ich stellte sogar die guten Tage in Frage. Waren Sie zu gut? Für mich ist das Regulieren, dieser Chaka-Momente, wesentlich schwieriger: Weil meine ganze Persönlichkeit auf Entwicklung und Leistung ausgerichtet ist. Ich will etwas erreichen, über mich hinaus wachsen. Alles durch die intrinsische Motivation aus mir heraus. Nie hatte ich den Druck von außen. Im Gegenteil. Mir halfen die Menschen an meiner Seite, den Tag doch mal langsam anzugehen.


7. Der Weg zur Stille: Momente der Ruhe finden

Es ist ein eindrucksvoller Prozess, Momente der Ruhe inmitten der Hochphase einer bipolaren Störung zu finden. Alles in dir schreit nach mehr und die Vernunft aber, zwingt dich zur Ruhe. So eine bewusste Entscheidung für eine Auszeit im Kloster in der Stille. Schweigen und Schreiben, das war für mich eine ganz besondere Erfahrung.  Ich lerne ständig dazu, dass kleine, achtsame Schritte große Veränderungen bewirken können. Dabei helfen Rituale wie Meditation oder Achtsamkeitsübungen, eigene Bedürfnisse zu erkennen und den inneren Frieden zu wahren. Der Austausch mit anderen Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, öffnete mir die Augen für neue Perspektiven und ermutigte mich, meine Weg weiterzugehen. In Psychotherapien, Weiterbildungen und autodidaktischem Studium lernte ich wertvolle Werkzeuge, um mit den Symptomen der Erkrankung besser umzugehen und stabile Phasen zu fördern. Diese Reise zur inneren Stille ist nicht immer einfach, doch sie bringt mich näher an ein gesundes und erfülltes Leben. Es ist wichtig, geduldig mit sich selbst zu sein und die Hoffnung auf eine positive Veränderung niemals aufzugeben.


8. Hoffnung und Lebensfreude trotz bipolarer Störung

Die Phasen einer bipolaren Störung können herausfordernd sein, doch der Schlüssel liegt darin, die Symptome so früh wie möglich, zu erkennen und aktiv zu handeln. In hypomanischen Episoden verspürt man oft einen Überschuss an Energie, während depressive Phasen lähmend wirken können. Hier ist es wichtig, sich der aktuellen Phase Es gibt Strategien, um mit den wechselnden Stimmungen umzugehen und die eigene Lebensqualität zu verbessern. Kampagnen zur Aufklärung über bipolare Erkrankungen zeigen, dass viele Menschen ähnliche Herausforderungen durchleben. Das Teilen von Erfahrungen kann nicht nur einen Lichtblick bieten, sondern auch Mut machen. Es ist ein Weg, der Geduld mit sich selbst erfordert. Stabilität zählt. Hilfe ist jederzeit erreichbar, sei es durch Fachleute oder Gleichgesinnte. Indem du aktiv an deiner Gesundheit arbeitest und deine Bedürfnisse ernst nimmst, kannst du Momente der Ruhe finden und wieder Freude am Leben entdecken. Du bist nicht alleine auf diesem Weg! 


Informative Links, die sich mit dem Thema Bipolare Störung befassen:


Katharina Hoffmann - jetzt lebendICH

Der ehrliche und motivierende Umgang mit dem Thema Psychische Gesundheit finde ich bei Katha sowas von bereichernd. Dafür danke ich ihr sehr!


Nora Hille - Wenn Licht die Finsternis besiegt: Mit bipolarer Erkrankung, Leben, Familie und Partnerschaft positiv gesalten

Ein Buch, dass mir in der Zurückgezogenheit einer Klinik viel Mut und Einblick geschenkt hat. Vielen Dank dafür!


Was ist eine Bipolare Erkrankung?

Ermutigend fand ich den Satz: Überdurchschnittlich viele kreative Menschen leiden an einer bipolaren Erkrankung. Danke für mehr Klarheit zum Thema Psychische Gesundheit!

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