Islandpferdehof undercover – Vermummte Verdächtige in Kapuzenmänteln
Tami Leysing • 15. September 2025
Islandpferdehof undercover: Vermummte Verdächtige in Kapuzenmänteln
38/2025 IslandpferdeFlausen
Es gießt in Strömen, der Paddock wird zur Seenlandschaft und plötzlich ist jede Mitreiterin undercover unterwegs. Statt fröhlicher Stallgesichter tauchen gesichtslose, vermummte Gestalten mit Kapuzen, XXL-Regenmänteln und kniehohen Gummistiefeln auf. Mein Pferd: irritiert! Karneval, Maskenball?
Wie sonst könnten die Tiere die Verkleidung ihrer Besitzerinnen interpretieren.
Es heißt, Islandpferde-Reiterinnen sind nicht aus Zucker – von wegen, ich zähle nicht dazu!
Es heißt, Islandpferde-Reiterinnen sind nicht aus Zucker – von wegen, ich zähle nicht dazu!
Da nützt der dickste Islandpferdepullover nichts, wenn er sich vollsaugt und zur bleiernen Weste wird. Zumal sich mit diesem Equipment, das Hineinzwängen in eine Regenjacke als schwieriges Unterfangen erweist. Mein Gefühl und mein Aussehen erinnern an eine Weißwurst, kurz vor dem Platzen.
Verwirrung pur: Wer steckt unter welcher Kapuze? Verwechslungspanik macht sich breit. Es fällt schon schwer, mithilfe der Gesichtserkennung, mir die richtigen Namen meiner Mitreiterinnen zu merken. Die Namen der dazugehörigen Pferde kenne ich auswendig, ähnlich wie bei Hundebesitzerin: Wie hieß der noch gleich?
Verwirrung pur: Wer steckt unter welcher Kapuze? Verwechslungspanik macht sich breit. Es fällt schon schwer, mithilfe der Gesichtserkennung, mir die richtigen Namen meiner Mitreiterinnen zu merken. Die Namen der dazugehörigen Pferde kenne ich auswendig, ähnlich wie bei Hundebesitzerin: Wie hieß der noch gleich?
Das Herrchen von Felix, dem kleinen, giftigen Pinscher mit dem gestrickten Mäntelchen.
Ich frage mich, ob die einarmigen Banditinnen tatsächlich zum Reiten am Stall sind. Die heiß begehrte Thermoskanne wird über den Hof getragen und scheint an der rechten Hand festgewachsen zu sein. Ich bin ein bisschen neidisch, ich habe wieder mal nicht daran gedacht, mich mit einem Heißgetränk einzudecken.
Während ich zusehe, wie mein Pferd nach dem Ausritt, genüsslich das Müsli mit den Karotten verspeist, wische ich mir die Regentropfen aus dem Gesicht, und fröstle. Die Nässe sickert durch, ich bin bis auf die Unterhose pitschnass. Meine Regenjacke hat von einer Wassersäule noch nie etwas gehört und reicht mir gerade mal bis zur Hälfte der Pobacken. Hätte ich doch nur einen Mantel gekauft. Bei meiner Größe wäre bis auf die Knöchel nichts mehr zu sehen. Und ich wäre trocken! Wie ich finde, braucht meine Stute heute doppelt so lang, ihre Schüssel leer zu fressen.
Am Ende: Menschenkenntnis ist bei Islandwetter besonders gefragt – oder eben die individuelle Wahl der bunten Socken oder Stiefel, die als personenspezifisches Erkennungsmerkmal aus der Regenmontur blitzen. Mein Plädoyer deshalb an alle, tragt statt der grünen, braunen oder schwarzen Regenschuhe, einfach bunt. Ihr würdet mir das Miteinander sehr erleichtern.
Ich frage mich, ob die einarmigen Banditinnen tatsächlich zum Reiten am Stall sind. Die heiß begehrte Thermoskanne wird über den Hof getragen und scheint an der rechten Hand festgewachsen zu sein. Ich bin ein bisschen neidisch, ich habe wieder mal nicht daran gedacht, mich mit einem Heißgetränk einzudecken.
Während ich zusehe, wie mein Pferd nach dem Ausritt, genüsslich das Müsli mit den Karotten verspeist, wische ich mir die Regentropfen aus dem Gesicht, und fröstle. Die Nässe sickert durch, ich bin bis auf die Unterhose pitschnass. Meine Regenjacke hat von einer Wassersäule noch nie etwas gehört und reicht mir gerade mal bis zur Hälfte der Pobacken. Hätte ich doch nur einen Mantel gekauft. Bei meiner Größe wäre bis auf die Knöchel nichts mehr zu sehen. Und ich wäre trocken! Wie ich finde, braucht meine Stute heute doppelt so lang, ihre Schüssel leer zu fressen.
Am Ende: Menschenkenntnis ist bei Islandwetter besonders gefragt – oder eben die individuelle Wahl der bunten Socken oder Stiefel, die als personenspezifisches Erkennungsmerkmal aus der Regenmontur blitzen. Mein Plädoyer deshalb an alle, tragt statt der grünen, braunen oder schwarzen Regenschuhe, einfach bunt. Ihr würdet mir das Miteinander sehr erleichtern.

KW37/2026 Was braucht es, um gut schreiben zu können? Talent? Eine besondere Begabung für Sprache? Die berühmte Inspiration, die hoffentlich genau dann auftaucht, wenn wir uns an den Schreibtisch setzen? Je länger ich selbst schreibe und je mehr Manuskripte ich als Lektorin begleite, desto weniger glaube ich daran, dass gutes Schreiben vor allem eine Frage des Talents ist. Für mich sind es drei Dinge, die viel entscheidender sind: Lesen. Schreiben. Überarbeiten. Sie gehören zusammen. Und wahrscheinlich hört keines davon jemals auf, wenn wir uns als Autor:innen weiterentwickeln wollen. Lesen verändert sich, sobald wir selbst schreiben Ich lese heute anders als früher. Natürlich kann ich mich noch immer in einer Geschichte verlieren. Aber irgendwo läuft inzwischen eine zweite Ebene mit. Warum funktioniert diese Szene so gut? Weshalb bin ich dieser Figur nach wenigen Seiten so nah? Warum möchte ich unbedingt wissen, was als Nächstes passiert? Und genauso: Warum verliere ich gerade das Interesse? Weshalb berührt mich dieser eigentlich dramatische Moment nicht? Warum fühlt sich ein Dialog künstlich an? Dieses Warum finde ich für das eigene Schreiben unglaublich wertvoll. Denn sobald wir beginnen, Geschichten nicht nur zu lesen, sondern ihre Wirkung zu hinterfragen, lernen wir etwas über unser Handwerk. Dabei können uns ausgerechnet Bücher besonders viel beibringen, die uns nicht gefallen. Statt einen Roman mit einem schnellen "Boah" einfach nicht meins zur Seite zu legen, können wir genauer hinschauen. Vielleicht fehlt der Hauptfigur ein Ziel, das wir wirklich verstehen. Vielleicht werden ihre Gefühle ausführlich erklärt, ohne dass wir sie erleben können. Vielleicht passiert auf zwanzig Seiten eine ganze Menge und trotzdem verändert sich nichts. Oder wir wissen längst, welche Wendung kommen wird, obwohl sie uns eigentlich überraschen sollte. Und irgendwann passiert etwas Spannendes: Wir erkennen dieselben Muster im eigenen Manuskript.

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