Tölten statt TikTok – Wie Islandpferde Jugendlichen helfen, sich selbst zu finden
Tami Leysing • 23. Juli 2025
Tölten statt TikTok – Wie Islandpferde Jugendlichen helfen, sich selbst zu finden
30/2025
Identitätssuche im Reitstall – was Islandpferde erzählen, ohne zu sprechen
Wenn sich 16-jährige Jugendliche zwischen Schulstress, Beziehungskrisen und Selbstzweifeln verlieren, braucht es mehr als kluge Ratschläge. Was aber, wenn die Antwort nicht in Gesprächskreisen, Apps oder Ratgebern liegt, sondern im Heu eines Reitstalls? Genauer gesagt: in der tiefen, wortlosen Verbindung zu einem Islandpferd?
Der Jugendroman ISILOVE – Geh deinen Weg von Autorin Tami Leysing zeigt genau das: Wie leise Begegnungen große Veränderungen bewirken können. Die Protagonistin Hanna flieht aus einem Alltag, der von Druck, Versagensängsten und gebrochenem Vertrauen geprägt ist. Die Erwartungen der Eltern sind hoch, das Gefühl des Nicht-genug-Seins begleitet sie auf Schritt und Tritt. Doch in einem abgelegenen Reitstall, umgeben von Islandpferden, beginnt etwas Unerwartetes: Hanna fängt an, sich selbst zuzuhören.
Diese Geschichte steht stellvertretend für viele Jugendliche. Denn die Beziehung zwischen jungen Menschen und Islandpferden ist weit mehr als romantisierte Reitplatz-Routine. Sie ist emotional, erdend, ehrlich – und oft lebensverändernd.
Warum Islandpferde Jugendlichen beim Erwachsenwerden helfen
1. Pferde spiegeln, ohne zu urteilen.
In einer Welt voller Bewertungen, Likes und Leistungsdruck bieten Islandpferde etwas Seltenes: Unvoreingenommenheit. Sie reagieren auf Stimmung, Körpersprache und Authentizität – nicht auf Noten oder Coolness. Jugendliche erleben im Kontakt mit Pferden eine Form der Akzeptanz, die im schulischen oder familiären Umfeld oft fehlt. Sie spüren: Ich werde gesehen. So, wie ich bin.
2. Pferde schaffen Verantwortung ohne Überforderung.
Putzen, Füttern, Führen, misten. Es sind alltägliche Aufgaben, und doch steckt in ihnen ein tiefes Lernfeld. Jugendliche übernehmen echte Verantwortung – ohne benotet zu werden. Sie lernen, Grenzen zu setzen, Konsequenzen zu verstehen, Vertrauen aufzubauen. Pferde fordern Klarheit, aber keine Perfektion. Und genau das gibt jungen Menschen Halt.
3. Pferde verbinden Bewegung mit innerem Erleben.
Der Tölt, die Spezialgangart der Islandpferde, steht sinnbildlich für Gleichgewicht und Rhythmus. Wer ihn reitet, braucht Feingefühl, innere Balance und Vertrauen. Das Pferd trägt – doch der Reiter führt. Diese Verbindung von Körper und Emotion, Bewegung und Bewusstsein, lässt Jugendliche sich selbst spüren. Viele finden im Sattel zu einer neuen Form von Selbstbewusstsein.
4. Pferde schenken echte Gemeinschaft.
Ob beim gemeinsamen Stallausmisten, Ausreiten in der Gruppe oder beim Vorbereiten eines Reitturniers – im Stall entsteht Gemeinschaft. Jugendliche erleben Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Gerade in einer Zeit, in der soziale Kontakte oft digitalisiert sind, bietet der Reitstall einen analogen Ort für echte Begegnungen.
5. Pferde helfen beim Umgang mit Emotionen.
Ein Pferd lässt sich nicht täuschen. Es merkt, wenn jemand ängstlich, wütend oder traurig ist. Dadurch lernen Jugendliche, ihre eigenen Emotionen besser wahrzunehmen und zu regulieren. Sie erleben, wie aus Anspannung Ruhe werden kann – allein durch Atmung, Berührung, Dasein. Pferde fordern emotionale Klarheit und fördern emotionale Intelligenz.
6. Pferde üben Geduld und Durchhaltevermögen.
Ein Pferd vertraut nicht sofort. Es braucht Zeit, Konsequenz und Sensibilität. Jugendliche lernen, dass Entwicklung ein Prozess ist und dass kleine Schritte große Wirkung haben. Diese Erfahrung steht im Kontrast zur schnelllebigen Social-Media-Welt und vermittelt eine wertvolle Haltung fürs Leben: Dranbleiben lohnt sich.
7. Pferde bleiben ein Leben lang bedeutsam.
Diese Erkenntnis trage ich aus eigener Erfahrung. Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, mit einem Shetlandpony und zwei Welsh-Ponies an meiner Seite. Reitunterricht gab es keinen – wir sind einfach losgeritten, so gut wir eben konnten. Richtig reiten habe ich erst mit knapp 30 gelernt. Heute bin ich mit Herz und Seele Islandpferde-Reiterin. Und ich weiß: Es spielt keine Rolle, wann man beginnt. Pferde bereichern das Leben immer. Meine Islandstute nenne ich liebevoll mein "Therapie-Pferd". Sie bringt mich, wenn der Alltag aus Arbeit, Schreiben und Terminen überquillt, zurück zu mir selbst. Zeigt mir, worauf es wirklich ankommt: Erdung. Verbindung. Natur. Bewegung. Diese Kraft möchte ich mit jungen Menschen teilen.
Zwischen Schweif und Seele: Wenn Pferde zuhören
Die Islandpferde in ISILOVE sind mehr als tierische Statisten. Sie sind Wegbegleiter, Spiegel, Gefühlsverstärker. Für Hanna wird das Pferd nicht nur zum Zufluchtsort, sondern zum Katalysator für ihre innere Veränderung.
Tami Leysing gelingt es, die besondere Verbindung zwischen Mensch und Tier mit psychologischer Tiefe und poetischem Realismus zu schildern. Ihr Roman richtet sich an junge Leser:innen ab 12 Jahren – aber auch an Eltern, Lehrkräfte und Reitpädagog:innen, die, wie sie selbst, verstehen wollen, was Jugendliche wirklich bewegt.
Literatur als Resonanzraum
In einer Zeit, in der Selbstfindung oft digitalisiert und überinszeniert wird, braucht es Geschichten wie ISILOVE. Geschichten, die zeigen, dass leise Wege ebenso stark sein können wie laute. Dass echte Begegnungen Zeit brauchen. Und dass ein Pferd manchmal mehr sagt als tausend Worte.
„Ich wollte zeigen, dass Stärke nicht laut sein muss – und dass Pferde oft die besten Zuhörer sind.“
– Tami Leysing
Ein Roman, der nachklingt
ISILOVE ist ein Plädoyer für Freundschaft, Freiheitsdrang und die Kraft tierischer Bindungen. Für Jugendliche, die sich verlieren, und Erwachsene, die ihnen begegnen wollen. Und für alle, die glauben, dass manchmal ein Schweif, ein Blick, ein leises Wiehern genügt, um sich wieder zu erinnern, wer man ist.
Wenn sich 16-jährige Jugendliche zwischen Schulstress, Beziehungskrisen und Selbstzweifeln verlieren, braucht es mehr als kluge Ratschläge. Was aber, wenn die Antwort nicht in Gesprächskreisen, Apps oder Ratgebern liegt, sondern im Heu eines Reitstalls? Genauer gesagt: in der tiefen, wortlosen Verbindung zu einem Islandpferd?
Der Jugendroman ISILOVE – Geh deinen Weg von Autorin Tami Leysing zeigt genau das: Wie leise Begegnungen große Veränderungen bewirken können. Die Protagonistin Hanna flieht aus einem Alltag, der von Druck, Versagensängsten und gebrochenem Vertrauen geprägt ist. Die Erwartungen der Eltern sind hoch, das Gefühl des Nicht-genug-Seins begleitet sie auf Schritt und Tritt. Doch in einem abgelegenen Reitstall, umgeben von Islandpferden, beginnt etwas Unerwartetes: Hanna fängt an, sich selbst zuzuhören.
Diese Geschichte steht stellvertretend für viele Jugendliche. Denn die Beziehung zwischen jungen Menschen und Islandpferden ist weit mehr als romantisierte Reitplatz-Routine. Sie ist emotional, erdend, ehrlich – und oft lebensverändernd.
Warum Islandpferde Jugendlichen beim Erwachsenwerden helfen
1. Pferde spiegeln, ohne zu urteilen.
In einer Welt voller Bewertungen, Likes und Leistungsdruck bieten Islandpferde etwas Seltenes: Unvoreingenommenheit. Sie reagieren auf Stimmung, Körpersprache und Authentizität – nicht auf Noten oder Coolness. Jugendliche erleben im Kontakt mit Pferden eine Form der Akzeptanz, die im schulischen oder familiären Umfeld oft fehlt. Sie spüren: Ich werde gesehen. So, wie ich bin.
2. Pferde schaffen Verantwortung ohne Überforderung.
Putzen, Füttern, Führen, misten. Es sind alltägliche Aufgaben, und doch steckt in ihnen ein tiefes Lernfeld. Jugendliche übernehmen echte Verantwortung – ohne benotet zu werden. Sie lernen, Grenzen zu setzen, Konsequenzen zu verstehen, Vertrauen aufzubauen. Pferde fordern Klarheit, aber keine Perfektion. Und genau das gibt jungen Menschen Halt.
3. Pferde verbinden Bewegung mit innerem Erleben.
Der Tölt, die Spezialgangart der Islandpferde, steht sinnbildlich für Gleichgewicht und Rhythmus. Wer ihn reitet, braucht Feingefühl, innere Balance und Vertrauen. Das Pferd trägt – doch der Reiter führt. Diese Verbindung von Körper und Emotion, Bewegung und Bewusstsein, lässt Jugendliche sich selbst spüren. Viele finden im Sattel zu einer neuen Form von Selbstbewusstsein.
4. Pferde schenken echte Gemeinschaft.
Ob beim gemeinsamen Stallausmisten, Ausreiten in der Gruppe oder beim Vorbereiten eines Reitturniers – im Stall entsteht Gemeinschaft. Jugendliche erleben Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Gerade in einer Zeit, in der soziale Kontakte oft digitalisiert sind, bietet der Reitstall einen analogen Ort für echte Begegnungen.
5. Pferde helfen beim Umgang mit Emotionen.
Ein Pferd lässt sich nicht täuschen. Es merkt, wenn jemand ängstlich, wütend oder traurig ist. Dadurch lernen Jugendliche, ihre eigenen Emotionen besser wahrzunehmen und zu regulieren. Sie erleben, wie aus Anspannung Ruhe werden kann – allein durch Atmung, Berührung, Dasein. Pferde fordern emotionale Klarheit und fördern emotionale Intelligenz.
6. Pferde üben Geduld und Durchhaltevermögen.
Ein Pferd vertraut nicht sofort. Es braucht Zeit, Konsequenz und Sensibilität. Jugendliche lernen, dass Entwicklung ein Prozess ist und dass kleine Schritte große Wirkung haben. Diese Erfahrung steht im Kontrast zur schnelllebigen Social-Media-Welt und vermittelt eine wertvolle Haltung fürs Leben: Dranbleiben lohnt sich.
7. Pferde bleiben ein Leben lang bedeutsam.
Diese Erkenntnis trage ich aus eigener Erfahrung. Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, mit einem Shetlandpony und zwei Welsh-Ponies an meiner Seite. Reitunterricht gab es keinen – wir sind einfach losgeritten, so gut wir eben konnten. Richtig reiten habe ich erst mit knapp 30 gelernt. Heute bin ich mit Herz und Seele Islandpferde-Reiterin. Und ich weiß: Es spielt keine Rolle, wann man beginnt. Pferde bereichern das Leben immer. Meine Islandstute nenne ich liebevoll mein "Therapie-Pferd". Sie bringt mich, wenn der Alltag aus Arbeit, Schreiben und Terminen überquillt, zurück zu mir selbst. Zeigt mir, worauf es wirklich ankommt: Erdung. Verbindung. Natur. Bewegung. Diese Kraft möchte ich mit jungen Menschen teilen.
Zwischen Schweif und Seele: Wenn Pferde zuhören
Die Islandpferde in ISILOVE sind mehr als tierische Statisten. Sie sind Wegbegleiter, Spiegel, Gefühlsverstärker. Für Hanna wird das Pferd nicht nur zum Zufluchtsort, sondern zum Katalysator für ihre innere Veränderung.
Tami Leysing gelingt es, die besondere Verbindung zwischen Mensch und Tier mit psychologischer Tiefe und poetischem Realismus zu schildern. Ihr Roman richtet sich an junge Leser:innen ab 12 Jahren – aber auch an Eltern, Lehrkräfte und Reitpädagog:innen, die, wie sie selbst, verstehen wollen, was Jugendliche wirklich bewegt.
Literatur als Resonanzraum
In einer Zeit, in der Selbstfindung oft digitalisiert und überinszeniert wird, braucht es Geschichten wie ISILOVE. Geschichten, die zeigen, dass leise Wege ebenso stark sein können wie laute. Dass echte Begegnungen Zeit brauchen. Und dass ein Pferd manchmal mehr sagt als tausend Worte.
„Ich wollte zeigen, dass Stärke nicht laut sein muss – und dass Pferde oft die besten Zuhörer sind.“
– Tami Leysing
Ein Roman, der nachklingt
ISILOVE ist ein Plädoyer für Freundschaft, Freiheitsdrang und die Kraft tierischer Bindungen. Für Jugendliche, die sich verlieren, und Erwachsene, die ihnen begegnen wollen. Und für alle, die glauben, dass manchmal ein Schweif, ein Blick, ein leises Wiehern genügt, um sich wieder zu erinnern, wer man ist.
Und du?
Hast du selbst schon erlebt, wie Tiere dich geerdet, getröstet oder gestärkt haben? Teile deine Erfahrungen gern in den Kommentaren!
Hast du selbst schon erlebt, wie Tiere dich geerdet, getröstet oder gestärkt haben? Teile deine Erfahrungen gern in den Kommentaren!

KW37/2026 Was braucht es, um gut schreiben zu können? Talent? Eine besondere Begabung für Sprache? Die berühmte Inspiration, die hoffentlich genau dann auftaucht, wenn wir uns an den Schreibtisch setzen? Je länger ich selbst schreibe und je mehr Manuskripte ich als Lektorin begleite, desto weniger glaube ich daran, dass gutes Schreiben vor allem eine Frage des Talents ist. Für mich sind es drei Dinge, die viel entscheidender sind: Lesen. Schreiben. Überarbeiten. Sie gehören zusammen. Und wahrscheinlich hört keines davon jemals auf, wenn wir uns als Autor:innen weiterentwickeln wollen. Lesen verändert sich, sobald wir selbst schreiben Ich lese heute anders als früher. Natürlich kann ich mich noch immer in einer Geschichte verlieren. Aber irgendwo läuft inzwischen eine zweite Ebene mit. Warum funktioniert diese Szene so gut? Weshalb bin ich dieser Figur nach wenigen Seiten so nah? Warum möchte ich unbedingt wissen, was als Nächstes passiert? Und genauso: Warum verliere ich gerade das Interesse? Weshalb berührt mich dieser eigentlich dramatische Moment nicht? Warum fühlt sich ein Dialog künstlich an? Dieses Warum finde ich für das eigene Schreiben unglaublich wertvoll. Denn sobald wir beginnen, Geschichten nicht nur zu lesen, sondern ihre Wirkung zu hinterfragen, lernen wir etwas über unser Handwerk. Dabei können uns ausgerechnet Bücher besonders viel beibringen, die uns nicht gefallen. Statt einen Roman mit einem schnellen "Boah" einfach nicht meins zur Seite zu legen, können wir genauer hinschauen. Vielleicht fehlt der Hauptfigur ein Ziel, das wir wirklich verstehen. Vielleicht werden ihre Gefühle ausführlich erklärt, ohne dass wir sie erleben können. Vielleicht passiert auf zwanzig Seiten eine ganze Menge und trotzdem verändert sich nichts. Oder wir wissen längst, welche Wendung kommen wird, obwohl sie uns eigentlich überraschen sollte. Und irgendwann passiert etwas Spannendes: Wir erkennen dieselben Muster im eigenen Manuskript.

14/2026 Viele Autor:innen glauben, Spannung entstehe nur durch Verfolgungsjagden, Explosionen oder dramatische Wendungen. Doch die Wahrheit ist: Die stärkste Spannung entsteht oft dort, wo scheinbar „nichts“ passiert. In Blicken. In unausgesprochenen Gedanken. In Entscheidungen, die noch nicht getroffen wurden. Wenn du lernst, Spannung ohne Action zu erzeugen, schaffst du Geschichten, die Leser:innen wirklich fesseln – weil sie emotional involviert sind.

12/2026 Obsessive Liebe ist ein faszinierendes, aber auch gefährliches psychologisches Phänomen. Wenn der Wunsch entsteht, einen Menschen ganz für sich allein zu besitzen, können toxische Dynamiken entstehen. In diesem Beitrag erfährst du, wie sich obsessive Anziehung entwickelt und warum dieses Thema eine zentrale Rolle in meinem Psychothriller Harsardspiel – Im Netz der Begierde spielt.






