Anweiden im Frühjahr: Eine sichere Einführung für gesunde Islandpferde
Tami Leysing • 2. Mai 2024
Anweiden im Frühjahr: Eine sichere Einführung für gesunde Islandpferde
18/2024
Das Anweiden im Frühjahr ist ein entscheidender Zeitpunkt im Kalender jedes Pferdebesitzers. Es ist die Zeit, in der unsere Pferde wieder beginnen, frisches Gras zu genießen, nachdem sie Monate lang vorwiegend Heu oder Silage gefressen haben. Dieser Prozess muss sorgfältig und schrittweise erfolgen, um die Gesundheit unserer Pferde zu schützen. Nicht nur ich, sondern auch andere Islandpferde Besitzer teilen hier persönliche Tipps, wie man Pferde sicher anweidet und was dabei beachtet werden sollte.
Gras ist eine natürliche Nahrungsquelle für Pferde, die wichtige Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und insbesondere essentielle Fettsäuren bietet, die in Heu weniger vorhanden sind. Zudem fördert frisches Gras die Darmgesundheit durch seinen hohen Wassergehalt und die bessere Verdaulichkeit. Für Islandpferde, die robust und an natürliche Bedingungen angepasst sind, ist der Zugang zu frischem Gras besonders förderlich für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden.
Risiken des zu schnellen Anweidens
Ein abrupter Übergang von Heu zu frischem Gras kann zu einer Reihe von Gesundheitsproblemen führen, darunter:
- Koliken: Durch die plötzliche Veränderung der Ernährung kann es zu Verdauungsstörungen kommen, die Koliken auslösen können
- Hufrehe: Eines der ernsthaftesten Risiken beim Anweiden ist die Hufrehe, eine schmerzhafte Entzündung im Huf, die durch zu viel Aufnahme von fruktanreichem Frühlingsgras verursacht werden kann.
- Durchfall: Zu schnelles Anweiden führt oft zu Durchfall, da das Verdauungssystem sich nicht schnell genug an den hohen Wassergehalt und die reiche Nährstoffdichte des Grases anpassen kann.
Richtige Anweidestrategie -
Schrittweise Einführung
Der Schlüssel zum sicheren Anweiden liegt in der schrittweisen Einführung von Gras in die Ernährung der Pferde. Hier ist ein empfohlener Zeitplan, der sich für unsere Islandpferde bewährt hat:
- Tag 1-3: Beginnen Sie mit 10 bis 15 Minuten Grasfressen pro Tag.
- Tag 4-6: Erhöhen Sie die Zeit auf 20 bis 30 Minuten täglich.
- Woche 2: Eine Stunde Weidegang täglich.
- Woche 3-4: Steigern Sie schrittweise bis zu 3 Stunden Weidegang pro Tag.
- Nach 4 Wochen: Die Pferde sollten sich an das Gras gewöhnt haben und können nun regulär geweidet werden.
Beobachten Sie Ihre Pferde während des Anweidens genau. Achten Sie auf Anzeichen von Unbehagen wie Aufblähen, laute Darmgeräusche oder Anzeichen von Hufrehe wie Lahmheit und eine heiße Hufsohle. Bei solchen Symptomen sollte der Weidegang sofort reduziert oder eingestellt und ein Tierarzt konsultiert werden.
Wahl des Weidegrunds
Nicht nur die Dauer, sondern auch die Beschaffenheit der Weide ist wichtig. Wählen Sie eine Weide, auf der das Gras nicht zu üppig und reich an Zucker ist. Frühes Frühlingsgras, besonders nach einem warmen, sonnigen Tag, kann besonders hohe Mengen an Fruktanen enthalten, die Hufrehe auslösen können.Die Weidesaison ist eröffnet
Das Anweiden im Frühjahr ist eine wunderbare Zeit, in der Pferde beginnen, die frische Luft und das nährstoffreiche Grün zu genießen. Die ersten Bocksprünge und Galoppaden durch die tiefgrüne Wiese weichen schnell dem intensiven Grasen. Die Nüstern versteckt in den Grasbüscheln, ist das satte Grün zu verlockend. Die sorgfältige Planung und Durchführung zu Beginn der Weidesaison schützt die Gesundheit der Pferde. Durch die schrittweise Einführung in den Weidegang, regelmäßige Überwachung und Auswahl geeigneter Weideflächen können viele Risiken vermieden werden. So ist sichergestellt, dass unsere Islandpferde gesund bleiben und die Weidesaison in vollen Zügen genießen können.
Warum Islandpferde die Freiheit und Weite der Koppel möglicherweise noch mehr schätzen als andere Pferderassen:
- Natürliche Lebensbedingungen: In ihrer Heimat Island leben diese Pferde oft in großen, offenen Flächen, wo sie sich frei bewegen können. Diese natürliche Lebensweise ist tief in ihrer Genetik verankert, was dazu führt, dass sie auch in domestizierten Umgebungen viel Bewegungsfreiheit benötigen.
- Robuste Gesundheit erhalten: Islandpferde sind für ihre Robustheit und Ausdauer bekannt. Die Möglichkeit, sich frei zu bewegen, hilft ihnen, ihre Muskulatur und Gelenke gesund zu halten. Regelmäßige Bewegung auf der Koppel kann auch wieder helfen, gesundheitliche Probleme wie Koliken, Hufrehe und andere stoffwechselbedingte Krankheiten zu vermeiden.
- Verhalten und Wohlbefinden: Diese Pferde sind sehr soziale Tiere, die auf Island in Herden leben. Der Zugang zu einer Koppel ermöglicht ihnen, soziale Interaktion mit anderen Pferden, was für ihre psychische Gesundheit entscheidend ist. Es hilft Verhaltensprobleme, die aus Isolation und Langeweile entstehen können, zu vermeiden.
- Anpassungsfähigkeit an Wetterbedingungen: Islandpferde sind an das Leben im Freien angepasst, auch unter schwierigen Wetterbedingungen. Die Fähigkeit, sich frei zu bewegen, ermöglicht es ihnen, natürliche Schutzräume aufzusuchen und ihre Körpertemperatur effektiv zu regulieren.
- Erhalt der natürlichen Instinkte: Freier Auslauf ermöglicht Islandpferden, ihre natürlichen Instinkte zu bewahren und auszuleben, wie zum Beispiel das Erkunden ihrer Umgebung, das Spielen und das Ausüben von Fluchtverhalten, was in eingeschränkten Umgebungen nicht möglich wäre.
Die Koppel bietet also nicht nur physische Vorteile durch Bewegung und Gesundheit, sondern unterstützt auch die psychische Gesundheit und das soziale Wohlbefinden von Islandpferden, was sie in ihrer Gesamtheit zu ausgeglicheneren und zufriedeneren Tieren macht.
Dieses YouTube Video wird dir ein Lächeln ins Gesicht zaubern: Der erste Weidegang unserer Islandpferde auf dem Schweinbachhof in den Westlichen Wäldern von Augsburg, der Heimat meiner Islandstute Snerpa von Barenstein.

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